Praxis

Dr. med. Kurt Larem

Facharzt für Allgemeinmedizin

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Karl- Ludwig Zimmer

     Facharzt für Allgemeinmedizin

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Hausärztliche Gemeinschaftspraxis

 

Meningokokken- Infektion

 

In Deutschland wurden nach Angaben des Robert- Koch- Instituts im Jahr 2001  insgesamt 782 Erkrankungsfälle an Meningokokken- Meningitis gemeldet, d. h. weniger als 1 Erkrankung pro 100.000 Einwohner. Im europäischen Vergleich gehört Deutschland damit zu den weniger betroffenen Ländern.

Andererseits finden sich Meningokokken (Bakterien) bei sehr vielen Menschen im Nasen- Rachen- Raum, statistisch bei ungefähr jedem 10. !, ohne dass diese Keimträger erkranken.

Warum diese Meningokokken in seltenen Fällen zu schwerer Hirnhautentzündung führen oder den ganzen Körper befallen (Meningokokken- Sepsis) ist ungeklärt.

In 90-95% der Fälle handelt es sich jedenfalls um sporadische Einzelfälle - und nicht etwa um Epidemien

Meningokokken sind sehr empfindlich gegen Kälte, Hitze und Austrocknung. Die Übertragung der Erreger erfolgt daher nur direkt von Mensch zu Mensch durch Schleimhautkontakt oder Kontakt mit großen Schleimtröpfchen. Eine Übertragung über Gegenstände oder Lebensmittel ist nicht bekannt.

Inkubationszeit (Zeit von der Aufname des Krankheitserregers bis zu den ersten Krankheitszeichen): 1-10 Tage, meist weniger als 4 Tage

Kontaktpersonen: Personen jeden Alters, die Kontakt mit einem an einer invasiven Meningokokken- Infektion Erkrankten hatten, sollten bei Krankheitssymptomen umgehend ihren Arzt konsultieren. Personen mit engem Kontakt sollten sich auch ohne Krankheitssymptome bei ihrem Arzt vorstellen.

Symptome können sein: Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Benommenheit, Erbrechen, fleckige Haut.

Hygienemassnahmen zur Verhütung von Infektionen sind nicht bekannt.

Medikamentöse Prophylaxe nach Exposition:

Enge Kontaktpersonen sollten laut  American Academy of Pediatrics (2000 Red Book, page 400) eine vorbeugende Behandlung (Chemoprophylaxe) erhalten, falls enge Kontakte mit dem Erkrankten 7 Tage vor bis 10 Tage nach Erkrankungsbeginn stattgefunden hatten. Zu diesen “high risk” Personen zählen:

Leben im gleichen Haushalt, Kindergartengruppe, Schulklasse, Personen mit Schleimhaut oder Schleimkontakt (Küssen, Benutzen des gleichen Essbestecks/ Zahnbürste, häufiges Essen oder Schlafen im gleichen Raum

Bei nur flüchtigem Kontakt (etwa kurzzeitig im gleichen Raum) oder indirektem Kontakt (Kontakt mit einer oben unter “high risk” genannten Person) ist eine Chemoprophylaxe laut American Academy of Pediatrics nicht erforderlich.

Folgende Medikamente stehen zur Auswahl:

Kinder, Jugendliche und Erwachsene: Rifampicin 2x10 mg/kgKG/Tag über 2 Tage (Nachteil für Erwachsene: Unsichere Wirkung der Antibabypille)

Für Jugendliche und Erwachsene: 500 mg Ciprofloxacin (z. B. Ciprobay) als Einzelgabe

Meningokokkenimpfung: Eine routinemässige Impfung im Kindesalter wurde bis 2006  nicht empfohlen, da die Erkrankung selten auftritt und der Impfstoff die in Deutschland überwiegend vorkommende Meningokokken der Serogruppe B nicht erfasst.

Auch die neuen Konjugatimpfstoffe schützen ausschliesslich vor Meningokokken der Gruppe C (in Deutschland nur etwa 20% der Meningokokkenfälle !!)

Dennoch empfiehlt  die STIKO (Ständige Impfkommision) seit Sommer 2006 die Einführung einer generellen Impfung für alle Kinder im zweiten Lebensjahr mit dem dem konjugierten Meningokokken- Impfstoff der Serogruppe C . Begründet wird diese Empfehlung mit mehr als 200 erkrankten Personen pro Jahr, wobei Kinder unter 2 Jahren am meisten betroffen waren (Deutsches Ärzteblatt vom 6. Oktober 2006)

 

 Münster, 4.04.2001  (aktualisiert 23.11.2002 und 29.11.2006))

                                                                         Dr. med. K. Larem

 

ANMERKUNG:

Seit 2016 steht ein neuer Impfstoff gegen die in Deutschland am häufigsten vorkommende Meningitis der Serogruppe B zur Verfügung.

Eine generelle Impfung erscheint auf den ersten Blick sinnvoll.

Mit einer regelhaften Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist meines Erachtens kurzfristig zu rechnen

ergänzt am 23. 10. 2016                

 

 

 

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© Marita Larem 1999                                                                                                                 aktualisiert:  20. Februar 2017